Sicherheit
Sind temporäre Tattoos sicher? Inhaltsstoffe, Allergien und das Risiko «Black Henna»
Kurz gesagt
Temporäre Tattoos, die in der EU verkauft werden, sind Kosmetikprodukte und brauchen eine Sicherheitsbewertung nach der EU-Kosmetikverordnung. Die Tattup-Tinte wurde von einem Labor geprüft und als sicher bewertet. Wie bei jedem Kosmetikprodukt lässt sich eine allergische Reaktion nie ganz ausschliessen – bei empfindlicher Haut hilft ein Test an einer kleinen Stelle. Die echte Gefahr ist «Black Henna» mit dem Haarfärbestoff PPD, der in der EU auf der Haut nicht erlaubt ist.
Ein Tattoo, das nach zwei Wochen verschwindet, klingt harmlos – und meistens ist es das auch. Aber «temporär» sagt nichts darüber aus, was drin ist. Hier erfährst du, was du über Inhaltsstoffe, Prüfung und Allergien wissen solltest und woran du Produkte erkennst, von denen du besser die Finger lässt.
Wie ist die Sicherheit von temporären Tattoos geregelt?
In der EU gelten temporäre Tattoos, die auf die Haut aufgetragen werden, als Kosmetikprodukte. Damit gilt die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009: Bevor ein Produkt verkauft werden darf, muss eine qualifizierte Fachperson es in einem Sicherheitsbericht bewerten, die Inhaltsstoffe müssen auf der Verpackung stehen und verbotene Stoffe dürfen nicht verwendet werden.
Die Tattup-Tinte wurde von einem Labor geprüft und in einem solchen Sicherheitsbericht als sicher bewertet – so wie es für jedes Kosmetikprodukt in der EU vorgeschrieben ist. Ausserdem ist sie vegan, nie an Tieren getestet und glutenfrei.
Was steckt in einem Tattup 2-Wochen-Tattoo?
Die vollständige Liste der Inhaltsstoffe (INCI):
Acrylates Copolymer, Cellulose Acetate Butyrate, Genipa Americana Fruit Extract, Sucrose Acetate Isobutyrate, Dipropylene Glycol Dibenzoate, Polyvinyl Butyral, Rosin Acrylate, Glycine Soja Oil, Paraffinum Liquidum, CI 42090
| Inhaltsstoff | Wofür |
|---|---|
| Genipa Americana Fruit Extract | Der Wirkstoff aus der Jagua-Frucht. Er reagiert mit den Eiweissen der obersten Hautschicht und erzeugt die dunkelblaue bis schwarze Farbe. |
| Acrylates Copolymer, Cellulose Acetate Butyrate, Polyvinyl Butyral, Rosin Acrylate, Sucrose Acetate Isobutyrate | Filmbildner und Harze, die das Motiv auf dem Transferpapier halten und gleichmässig an deine Haut abgeben. |
| Dipropylene Glycol Dibenzoate | Hält den Film geschmeidig. |
| Glycine Soja Oil, Paraffinum Liquidum | Sojaöl und Mineralöl, die die Formel geschmeidig machen. |
| CI 42090 | Ein blauer Farbstoff. |
Kannst du auf ein 2-Wochen-Tattoo allergisch reagieren?
Das ist möglich, aber selten. Jedes Kosmetikprodukt enthält Stoffe, die deine Haut vielleicht noch nicht kennt. In einzelnen Fallberichten wurde eine allergische Kontaktdermatitis auf Genipin aus Jagua beschrieben. Deshalb empfehlen wir:
- Test an einer kleinen Stelle, wenn du empfindliche Haut oder bekannte Allergien hast.
- Ab 18 Jahren: Wir empfehlen Tattup nur für Erwachsene.
- Nicht im Gesicht und nicht auf verletzter oder gereizter Haut.
- Schwanger oder in der Stillzeit? Frag zuerst deine Ärztin oder deinen Arzt.
Wenn deine Haut reagiertWasch die Stelle ab und verwende das Tattoo sofort nicht mehr. Bei leichter Rötung hilft eine beruhigende Creme – bitte nicht kratzen. Bleiben Juckreiz oder Rötung bestehen, geh zum Arzt. Kommt Tinte ins Auge, spül es sofort gründlich mit Wasser aus.
Warum «Black Henna» das eigentliche Risiko ist
Die meisten schweren Hautreaktionen auf temporäre Tattoos gehen auf ein Produkt zurück: «Black Henna». Natürliches Henna ist orange bis rotbraun. Um es schwarz zu machen, mischen manche Anbieter para-Phenylendiamin (PPD) bei, einen Haarfärbestoff. In der EU ist PPD in Haarfärbemitteln erlaubt, aber nicht in Produkten für die Haut. Auf der Haut kann es Blasen, offene Wunden und Narben verursachen, und wer einmal sensibilisiert ist, kann ein Leben lang auf PPD und verwandte Farbstoffe reagieren.
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Black-Henna-Tattoos, und die US-Behörde FDA führt es als bekanntes Risiko. In einem Fallbericht wurden 15,7 % PPD in einer Black-Henna-Mischung gemessen.
| Natürliches Henna | «Black Henna» | Jagua / 2-Wochen-Tattoo | |
|---|---|---|---|
| Farbe | Orange bis rotbraun | Schwarz innert Stunden | Dunkelblau bis schwarz nach 24–48 Std. |
| Färbender Stoff | Lawson aus der Hennapflanze | Oft PPD (Haarfärbemittel) | Genipin aus der Jagua-Frucht |
| Typische Anbieter | Henna-Künstlerinnen | Strandstände, Strassenkünstler in den Ferien | Kosmetikmarken mit Inhaltsstoffliste |
| Unser Rat | OK | Meiden | OK, bei empfindlicher Haut vorher testen |
Woran erkennst du ein sicheres temporäres Tattoo?
- Vollständige Inhaltsstoffliste auf Verpackung oder Produktseite.
- Eine Firma, die du kontaktieren kannst, mit Sitz in der EU oder der Schweiz.
- Kein «in einer Stunde schwarz»-Versprechen – Jagua braucht 24–48 Stunden, sofortiges Schwarz bedeutet oft PPD.
- Klare Warnhinweise zu Anwendung, Alter und Hautreaktionen.
- Kein Strassenstand in den Ferien, an dem dir niemand sagen kann, was in der Paste ist.

Mehr zu den Unterschieden zwischen Henna, Jagua und Klebetattoos liest du in temporäre Tattoos im Vergleich, und wie du ein Tattup richtig aufträgst in temporäres Tattoo richtig auftragen.
Passende Tattoos
Alle ansehenQuellen
- Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel (EU-Kosmetikverordnung)
- US FDA: Temporary Tattoos, Henna/Mehndi, and "Black Henna" – Fact Sheet (englisch)
- BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung): BfR warnt erneut vor Henna-Tattoos
- Identification and quantification of para-phenylenediamine in a temporary black henna tattoo (PubMed, englisch)
- Jagua-Tattoo – Wikipedia (englisch, inkl. beschriebener allergischer Reaktionen)
Häufige Fragen
Sind Tattup-Tattoos sicher?
Welche Inhaltsstoffe sind enthalten?
Was tun bei einer Hautreaktion?
Welche Warnhinweise gibt es?
Sind Tattup-Tattoos sicher für Kinder?
Ist Tattup während der Schwangerschaft oder Stillzeit sicher?
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Von Mattia







